Der Garten als spiritueller Ort

Spirituelle Momente werden sicher ganz unterschiedlich erlebt, aber oft wird es als ein Eins-Sein mit der Natur und dem inneren Frieden, der hiervon ausgeht, beschrieben. Um dieses Eins-Sein mit der Natur auch im Garten zu erfahren, hilft es, sich für einen Moment von festen Vorstellungen, wie der Garten sein sollte, zu lösen. Und stattdessen eine kleines Detail, eine Pflanze, eine Blüte oder einen Stein mit besonderer Aufmerksamkeit wahrzunehmen. Ihren Duft, die prächtige Farbe, die vollkommene Form. Sich hieran für einen Moment zu erfreuen, das kann ein spiritueller Moment sein, ein Moment, in dem ich meinen Garten als Ruhepol empfinde.

Lob der Gartenarbeit

Garten

„Kein im Garten verbrachter Tag vergeht ohne lange Momente, in denen man völlig von sich selbst absieht. Auch wenn man einen Garten nur kurz durchwandert, geschieht das. Arbeitet man darin, wird diese Wirkung noch verstärkt. Es ist wie ein Abtauchen in ein Universum, in dem die Selbstbetrachtung an Bedeutung verliert. An Ihre Stelle tritt die Betrachtung des Ortes und seiner Pflanzen. Dieses Abgleiten geht sanft, unmerklich vor sich, es scheint nichts Geheimnisvolles daran zu sein, und trotzdem strahlt es zurück auf das Ich, das sich gerade in den Gedanken oder im Kümmern um eine Pflanze verloren hat. In Momenten selbstvergessener Gartenarbeit wird der Garten zu einer ganz neuen Welt: neu bevölkert, neu beschaffen, mit neuen Regeln und Möglichkeiten und mit einem neuen Zeitgefühl.

Das langsame Lebenstempo des Gartens überträgt sich auf die, die sich in ihm bewegen. Darin liegt eine große Qualität und Befriedigung.“

(Julia Kospach aus: Augenweide – der Garten der Gärten)

Der Körper entspannt sich. Der Geist beruhigt sich. Die Seele atmet auf.

Gerne berate und begleite ich Sie bei der Gestaltung und Pflege Ihres Gartens, damit die Gartenarbeit Schritt für Schritt in einer solchen Weise für Sie erlebbar werden kann. Kontaktieren Sie mich einfach zu den Möglichkeiten meines Angebots.

Felder der Ruhe

Felder der Ruhe

„Das ist unsere einzige Aufgabe: in sich selbst große Flächen urbar zu machen für immer mehr Ruhe, so dass man diese Ruhe auf andere ausstrahlen kann. Je mehr Ruhe in den Menschen ist, desto ruhiger wird es auch in dieser aufgeregten Welt sein.“

(aus: Etty Hillesum – Das denkende Herz)

sich an die Natur halten

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„Wenn Sie sich an die Natur halten, an das Einfache in ihr, an das Kleine, das kaum einer sieht, und das so unversehens zum Großen und Unermesslichen werden kann; wenn Sie diese Liebe haben zu dem Geringen und ganz schlicht als Dienender das Vertrauen dessen zu gewinnen suchen, was arm scheint: dann wird Ihnen alles leichter, einheitlicher und irgendwie versöhnender werden, nicht im Verstande vielleicht, der staunend zurückbleibt, aber in Ihrem innersten Bewusstsein, Wach-sein und Wissen.“

(Rainer Maria Rilke)

Stille

Stille

„Das Neue entsteht nicht durch die Aktivität des Denkens, sondern aus der Kraft der Stille.“ Dieser Satz begleitet mich schon eine Weile und was mein eigenes Leben betrifft, stellt er sich immer wieder als wahr heraus.

In meiner inzwischen vierjährigen Praxis als Gartencoach hat sich gezeigt, dass der August ein Monat ist, in dem Stille einkehrt im Garten. Eine zarte Stille, die nicht so offenkundig ist, wie die radikale Stille im Winter.

Das Wachstum hat seinen Höhepunkt erreicht, selbst das des manchmal übermächtigen „Unkrauts“. Viele Pflanzen stehen in voller Blüte, einige beginnen bereits wieder zu vergehen. Sogar Vogelgezwitscher erklingt nur noch selten. Es gibt wenig zu tun, außer in trockenen Zeiten zu gießen. So ist der August ein geeigneter Zeitpunkt, um innezuhalten und in die Stille des Gartens einzutauchen.

Einfach mal dasitzen und vor sich hin schauen. Beobachten, wahrnehmen, ohne zu bewerten, ohne die lästigen Gedanken, was noch alles getan werden müsste, bevor es möglich ist zu genießen. Im Augenblick verweilen. Die Aufmerksamkeit auf kleine Details richten, anstatt auf das große Ganze. Zum Beispiel eine Biene, die von Blüte zu Blüte reist, die Amsel, die genüsslich im Teich badet. Oder die Nase in die zart duftende Rosenblüte versenken.

Einfach nur da sein im eigenen Garten.

Für alle, die keinen eigenen Garten besitzen, ist diese Übung noch leichter und lässt sich auf einen grünen Ort Ihrer Wahl übertragen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude am Dasein.